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Einträge der 'Projekt “Dorfladen”' Kategorie

Dorfladen Lippertshofen

Montag 18. Oktober 2010 von cbecker

Wie alles begann:
Auf der Bürgerversammlung in Lippertshofen im Herbst 2007 haben sich einige Bürger darüber beklagt, dass es in ihrem Ortsteil keine Möglichkeit zum Einkauf von Produkten des täglichen Bedarfs gibt.
Dies nahmen wir zum Anlass, die Initiative für einen Dorfladen in Lippertshofen zu ergreifen. Beispiele in anderen Gemeinden zeigen nämlich, dass ein gemeinschaftlich betriebener Dorfladen durchaus erfolgreich wirtschaften kann.
In einer Umfrageaktion haben wir ermittelt, dass ein Dorfladen bei den ca. 1.350 Einwohnern Lippertshofens auf allgemeines Interesse stoßen und auch allgemeine Unterstützung finden würde.

Gründung Arbeitskreis
Aus dieser Aktion hat sich ein Arbeitskreis aus aktiven Lippertshofener Bürgerinnen und Bürgern gebildet. Dieser Arbeitskreis hat sich sehr intensiv mit dem Thema Dorfladen beschäftigt und zahlreiche bestehende und erfolgreich geführte Dorfläden besucht.
In einer aufwendigen “Haus-zu-Haus-Aktion” in Lippertshofen wurde für die Zeichnung von Genossenschaftsanteilen geworben. Die Aktion war erfolgreich: Mehr als 190 Haushalte haben mehr als 220 Anteile gezeichnet.

Gründung Genossenschaft:
Im Herbst 2008 wurde dann eine Genossenschaft gegründet.

Sanierung Raiffeisengebäude oder Neubau?
Der Gaimersheimer Gemeinderat hat beschlossen, das ehemalige Raiffeisengebäude zu sanieren und der Genossenschaft zum Betrieb eines Dorfladens zur Verfügung zu stellen. Leider stellte sich danach heraus, dass in diesem Gebäude aus baurechtlichen Gründen ein Dorfladen nicht betrieben werden darf.

Bürgermeisterin Mickel hat auf diese neue Situation schnell reagiert und dafür gesorgt, dass die Gemeinde das Grundstück neben dem ehemaligen Raiffeisengebäude kaufen konnte.

In seiner Sitzung am 11.03.09 hat der Gemeinderat deshalb drei Beschlüsse gefasst:

  • Der Beschluss zur Sanierung des ehem. Raiffeisengebäudes wird aufgehoben.
  • Das ehemalige Raiffeisengebäude wird abgebrochen
  • Eine Neuplanung des Dorfladens auf der Grundlage des Vorentwurfs vom 04.03.09 ist zu erarbeiten  und dem
    Marktgemeinderat zur Genehmigung vorzulegen.

Am 29.04.09 hat der Gemeinderat beschlossen, dass für den Dorfladen in Lippertshofen ein neues Gebäude errichtet wird. Zwischenzeitlich wurde das alte Raiffeisengebäude abgerissen.

Am 29.07.2009 erfolgte der 1. Spatenstich.

Am 06.05.2011 wurde der Dorfladen Lippertshofen offiziell eröffnet.

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Artikel DK 11.10.2010 Dorfladen

Freitag 15. Oktober 2010 von cbecker

Ein Laden, der dem halben Dorf gehört

Lippertshofen (DK) Viele Jahre stand der Gaimersheimer Ortsteil Lippertshofen (Kreis Eichstätt) ohne ein Lebensmittelgeschäft da. Kein Wunder, dass der Ruf danach in den Bürgerversammlungen immer lauter und schließlich auch erhört wurde.Seit einigen Monaten haben die rund 450 Lippertshofener Haushalte nun wieder die Möglichkeit, sich “vor Ort” zu versorgen. Der Dorfladen Lippertshofen bietet alles, was man für den täglichen Bedarf braucht – und noch viel mehr. So beispielsweise ein kleines Café als Treffpunkt. Organisiert ist der Dorfladen in der Rechtsform einer Genossenschaft, womit er einem bayernweiten Trend folgt, denn Gründungen auf genossenschaftlicher Basis boomen.

Ein wichtiger Grund dafür, der auch beim Arbeitskreis des Dorfladens ganz oben stand, ist die Kapitalversorgung. Bei der Gründung einer Genossenschaft müsse eben nicht ein Geldgeber mit viel Kapital da sein, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Genossenschaft, Uschi Rosa, und fügt gleich an: “Den hätten wir nicht gehabt”. So aber sei durch den Verkauf von Genossenschaftsanteilen das nötige Geld zusammengekommen.

150 Euro kostet ein Anteil, 150 Anteilseigner hat der Vorstand als Minimum für einen erfolgreichen Start des Dorfladens für nötig gehalten. “Wir haben gehofft, dass nach den Forderungen in den Bürgerversammlungen auch genügend Interesse an einer Beteiligung da ist”, sagt Vorstandsmitglied Gertraud Ernst. Mit derzeit 232 Anteilseignern – das ist ungefähr die Hälfte der Lippertshofener Haushalte, darüber hinaus aber auch deren Bekannte und Verwandte bis aus Baden-Württemberg – liegt die Genossenschaft schon klar über dem Soll. Dennoch ist der Erwerb von weiteren Anteilsscheinen möglich – und auch erwünscht.

Denn die Genossenschaft muss ja auch Einnahmen erzielen und Gewinne erwirtschaften. Um die Miete für das von der Gemeinde neu errichtete Gebäude zu bezahlen. Um Kredite bedienen zu können. Um Waren einzukaufen. Aber auch um die Gehälter der Mitarbeiter bezahlen zu können. Dass im Dorfladen bereits acht Arbeitsplätze geschaffen wurden – “vom 400-Euro-Job bis zur ,Fast-Ganztags-Stelle’ und das ganz ohne staatliche Zuschüsse” –, darauf ist die Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, Annamaria Unterburger, besonders stolz, zumal dies sehr wohnortnahe Jobs seien. Ehrenamtliche Helfer seien aber dennoch unentbehrlich. Darin spiegelt sich auch der klassische genossenschaftliche Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe wider.

Wegen dieser gemeinsamen Arbeit, aber natürlich auch wegen der großen Nachfrage vor allem nach den regionalen Produkten, die in dem Dorfladen angeboten werden, zieht Unterburger nach den ersten Monaten eine sehr zufriedenstellende Bilanz. Es falle zwar eine Menge Arbeit an, aber der Verkauf sei “super angelaufen”.

Wenn der Dorfladen – und damit auch die Genossenschaft – weiter so gut angenommen wird, können die Mitglieder also schon bald auf eine Ausschüttung hoffen. Ob dies in Form von Geld oder aber als Naturaldividende sein wird, ist laut Unterburger noch offen. Sicher ist aber, dass die Genossen erst dann von ihrer Beteiligung profitieren, wenn gesicherte Gewinne erwirtschaftet werden. Deshalb können sie ihre Mitgliedschaft bis 2012 auch nicht kündigen. Denn dann hätte die junge Genossenschaft womöglich keine gesicherte Finanzbasis mehr – und die Lippertshofener müssten beim Einkaufen wieder fremdgehen.

Quelle: Donaukurier

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Artikel DK: Eröffnung Dorfladen

Samstag 15. Mai 2010 von cbecker

“Tante Emma lebt wieder”

Großer Zulauf, ein immenses Sortiment und zufriedene
Kunden: Das ist die erste Bilanz des Probebetriebs des Dorfladens in Lippertshofen, der am 6. Mai offiziell er-
öffnet wird.

Die beiden letzten Semmeln gehen lange vor Ladenschluss über die Theke, an der Fleischtheke bildet sich eine Schlange, und Annemarie Unterburger, die an diesem Spätnachmittag an der Kasse steht, hat gerade wenig Zeit, über die bis-
herigen Erfahrungen ausgiebig zu reden. “Wir sind völlig überrannt und überrascht worden”, sagt die Vorsitzende des Arbeitskreises “Dorfladen” über die Resonanz auf den Probe-
lauf des neuen Geschäfts an der Hofstettener Straße. Trotz des enormen Arbeitsaufwands freut sie sich über den Rück-
halt in der Bevölkerung für das ehrgeizige Projekt. “Am ersten Tag waren die Kunden schon vor Ladenöffnung da.” Und so ist nach wenigen Tagen klar, dass bereits der Probebetrieb des als Genossenschaft geführten Dorfladens eine Erfolgsge-
schichte ist.

Das sehen die Kunden – zwischen Neugierde und Erleich-
terung, endlich wieder ein Lebensmittelgeschäft im Ort zu haben – nicht anders. Wie etwa Renate Zehetmeier, die gerade ihren Einkauf in Tüten packt. “Es ist einfach super, dass ich das Auto stehen lassen und zu Fuß zum Ein-
kaufen kann.” Und eine junge Mutter, die an der Eistruhe steht, kommentiert die Ladeneröffnung so: “Zeit ist es geworden.” Sie kaufe lieber in kleinen Geschäften als im Discounter ein.

Begeistert ist auch ein Lippertshofener, der mit seinen beiden Töchtern zum ersten Mal den Laden inspiziert und interessiert an den Regalen vorbeigeht. “Hier gibt es ja wirklich alles. Vom Babybrei bis zur Tiefkühlpizza.” Nicht nur für Familien sei diese Neueröffnung von Vorteil, sondern auch für ältere Menschen. Statt mit dem Bus nach Gaimersheim fahren zu müssen, könnten sie jetzt wieder im Ort einkaufen. Und selbst diejenigen, die auf Gehilfen angewiesen seien, könnten sich möglicherweise Dinge für den täglichen Bedarf selbst besorgen. “Das bedeutet mehr Selbstständigkeit, Kontakte und auch Teilhabe am Alltagsgeschehen.” Besonders sagt dem Familienvater das Café zu. 36 Plätze hat es; 20 sind in den Ladenraum integriert und 16 vor dem Gebäude. “Das wird hier sicher ein neuer und schöner Treffpunkt.”

Der Dorfladen als Kommunikationsort quer durch die Gener-
ationen – diese Idee gefällt auch Uschi Rosa, der zweiten Vorsitzenden des Arbeitskreises. Und für die Kinder bietet der Laden ihrer Meinung nach neue Erfahrungswelten. “Sie ler-
nen, einzukaufen, und können von den Eltern schnell ge-
schickt werden.” Kürzlich sei ein Kind da gewesen und habe gefragt, wie eine Zucchini aussieht, erzählt sie und muss im Nachhinein noch schmunzeln.

Nicht nur für die kleinen Kunden ist der Dorfladen Neuland, sondern für alle Beteiligten. “Die Leute in Lippertshofen und Umgebung müssen sich erst wieder daran gewöhnen, dass man nicht hamstern, die Schränke nicht auf Vorrat füllen muss, sondern eben alles täglich in Wohnortnähe bekommt”, sagt Uschi Rosa.

Und für die Betreiber bedeutet der Probebetrieb eine wichtige Etappe: von der Theorie zur Praxis. Es gilt, Erfahrungen zu sammeln über Gewohnheiten, Wünsche und Bedürfnisse der Kunden und über die Öffnungszeiten (derzeit von 7 bis 19 Uhr). Gut vorbereitet war das Team, wie Annemarie Unter-
burger erzählt. Mehrere Dorfläden und Lehrgänge bei der IHK in München wurden besucht, dem Arbeitskreis stand ein Un-
ternehmensberater zur Seite, Verkäuferinnen wurden ge-
sucht. Gut durchdacht werden wollte das Sortiment, das auch regionale Produkte beinhalten sollte. 3000 sind es insgesamt, die auf rund 200 Quadratmeter Fläche angeboten werden: vom Gemüse bis zum Shampoo, von Zeitschriften bis zur Milch, vom Biowein bis zu frischer Pasta. Außerdem wird der Dorfladen von einer Bäckerei und einer Metzgerei aus der Region beliefert.

“Eigentlich ist ständig etwas los”, erzählt Uschi Rosa. Kaum eine Tageszeit, in der der Kundenstrom abbricht. Für Gerhard Graf, Verkaufsberater der Handelsgesellschaft LHG, der den Dorfladen berät und beliefert, liegt der Erfolg kleiner Geschäf-
te nicht nur in Lippertshofen auf der Hand. Wohnortnahes Einkaufen zu günstigen Preisen, soziale Kontakte inklusive, das hat seiner Meinung nach Zukunft. “Tante Emma lebt wieder.”

Wie lernfähig Kinder sind, haben die Frauen im Dorfladen auch schon erlebt. Die Eistruhe war an einem der ersten früh-
lingshaften Tage ? morgens frisch aufgefüllt ? abends fast leer gekauft. Denn wie Eis aussieht, das wissen die kleinen Kunden.

Quelle: Donaukurier

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Artikel aus Donaukurier (16.10.2009)

Freitag 16. Oktober 2009 von cbecker

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Artikel aus Donaukurier (16.10.2009)

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Artikel aus Bayerns Bestes zum Thema Dorfladen

Dienstag 15. September 2009 von cbecker

Artikel aus Bayerns Bestes (Ausgabe September 2009)

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